Projekt Beschreibung

Mashambanzou Care Trust

Zimbabwe gehört weltweit zu den am schlimmsten von der Aids-Epidemie betroffenen Ländern. Nahezu jede, jeder sechste Erwachsene ist HIV-infiziert. Neben dem menschlichen Leid bedeutet das in vielen Fällen, dass der Ernährer der Familie ausfällt und sich die Lebensbedingungen der Familie drastisch verschlechtern. Schätzungen zufolge hat jedes vierte Kind mindestens einen Elternteil durch Aids verloren. In vielen Familien betreuen Kinder ihre sterbenden Eltern und übernehmen gleichzeitig die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister. Der Mashambanzou Care Trust hat aus dieser dramatischen Problemlage heraus unter der Leitung irischer Ordensschwestern im Stadtteil Waterfalls in Harare sein Programm in Harare entwickelt.

Die Werte, auf denen diese Arbeit aufbaut, sind der Glaube an Gerechtigkeit und Menschenwürde, das Recht auf Behandlung und Pflege auch für die Sterbenden. „Wir glauben daran, dass es wichtig ist, Hoffnung und Mut zu geben, die Würde der Patienten wiederherzustellen, die Verzweifelten zu trösten, die Armen und Ausgegrenzten aufzusuchen, für die bestmögliche Pflege zu sorgen, dem Schmerz der Menschen mit Mitgefühl zu begegnen. Wir glauben an Achtung, Vertrauen und Verständnis für den Patienten und seine Familie. Wir glauben daran, den Menschen Selbstachtung und Verantwortung zu ermöglichen, an die Unverletzlichkeit des Individuums und die Kraft der Gemeinschaft. Wir glauben, dass alle Menschen das gleiche Recht auf gute Pflege haben, unabhängig von ihrem Gesundheitszustand. Und wir glauben, dass wir unsre Arbeit mit Liebe und Mitgefühl tun müssen.”

Möglich ist diese intensive und umfassende Arbeit nur durch eine beispiellose Teamarbeit, durch die Vernetzung und gute Zusammenarbeit mit örtlichen Krankenhäusern, kirchlichen und anderen Hilfsorganisationen und vor allem durch die freiwilligen Helfer, die aus den Gemeindebezirken kommen, in Mashambanzou ausgebildet werden, und dann wieder qualifizierte Pflegearbeit, Aufklärung und Beratung zu den Armen in ihren Stadtvierteln bringen. Sie tragen durch ihre Vorbildfunktion auch sehr dazu bei, in der Gemeinde Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl und Achtung für die AIDS-Patienten zu wecken.

web: www.mashambanzou.org

Projektpartner

Bischöfliches Hilfswerk Misereor
Mozartstr. 9
52064 Aachen
E-Mail: m.mcg@freenet.de
web: www.mashambanzou.org

Projektbetreuerin: Marianne Chisuko

ZimRelief e.V.
Hohe Buchleuthe 11
87600 Kaufbeuren
E-Mail: info@zimrelief.org
www.zimrelief.org
www.shingirirai.org

Programm

Durch ehrenamtliche Nachbarschaftshilfe, die von Pflegefachkräften unterstützt wird, kann die häusliche Krankenpflege ermöglicht werden. Auch zahlreiche freiwillige Pfleger/innen sind im Einsatz, davon sind viele selbst HIV-positiv. Für ihre Aufgaben werden sie regelmäßig von Mashambanzou geschult. Sie beraten und unterstützen Erkrankte und ihre Angehörige und bieten psychologische Betreuung an.

Home Based Care Programme
Häusliche Pflege für AIDS-Kranke: Freiwillige Helfer werden von Mashambanzou ausgebildet und helfen bei der Untersuchung und medizinischen Versorgung der Kranken in ihren Familien. Bei den Besuchen informieren die Pflegekräfte die Betroffenen und ihre Familien in Einzel- und Gruppenberatungen zu Fragen der Ernährung, Hygiene, Medikamenteneinnahme und die Vorteile einer frühen Behandlung von Infektionen. Dadurch können Patienten und Angehörige den Krankheitsverlauf besser verstehen. Die Beratung hilft ihnen, Vorurteile abzubauen und ihre Lebensqualität zu verbessern. Mashambanzou unterstützt sie ebenfalls bei der Bewältigung von Alltagsproblemen und bietet auch psychologischen Beistand und Sterbebegleitung an.

Schwer kranke Patienten, die nicht zu Hause versorgt werden können, werden in die Pflegestation aufgenommen. Dort erhalten sie intensive Bandlungen, ausgewogene Ernährung, Beratung und Physiotherapie. Wenn nötig werden sie an Spezialkliniken überwiesen. Nach ihrer Entlassung statten die Mitarbeiter und Helfer von Mashambanzou Hausbesuche ab.

Die Teams arbeiten eng mit lokalen Partnern wie Kliniken, Kirchen und Schulen und andern Hilfsorganisationen zusammen, um die bedürftigen Familien zu identifizieren oder Patienten an Kliniken z.B. für einen Tuberkulose-Test zu überweisen. Sie bringen den Familien Grundnahrungsmittel und einen Beutel mit einfachen Medizin- und Hygieneartikeln wie Einmal-Handschuhen, Desinfektionsmittel, Verbandszeug, Vitamintabletten und unterrichten sie in der Pflege ihrer Kranken.

Sie helfen ihnen auch, sich durch kleine Selbsthilfe-Projekte wie den Verkauf von selbstgemachten Seifen, Kerzen oder Erdnussbutter ein bisschen Geld zu verdienen und damit auch ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Wo immer möglich, versucht Mashambanzou, die Menschen zu ermutigen, sich selbst und andern zu helfen, damit sie ihre Würde wiedergewinnen können und sich nicht völlig abhängig und damit wertlos fühlen. Und die Kranken nehmen diese Chance mit Freuden an. Mitarbeiter von Mashambanzou berichten, dass AIDS-Patienten, die sich etwas erholt hatten, ihren Stolz und ihr Selbstwertgefühl wiedergewinnen, im Gemüsegarten, der Wäscherei oder bei der Krankenpflege im Hospiz arbeiteten.

Immer mehr Kinder finden keine Familie, die sie nach dem Tod der Eltern aufnimmt, so dass die älteren Geschwister die Verantwortung für die jüngeren übernehmen. An diese elternlosen Familien verteilt Mashambanzou Nahrungsmittel oder Gutscheine und bezahlt Schulgeld sowie Schuluniformen. Kleine Projekte, mit denen die Kinder Geld erwirtschaften, werden ebenfalls gefördert. In einem Kindergarten finden jüngere, elternlose Kinder täglich Fürsorge, Essen, Erziehung und medizinische Versorgung.

Orphan Outreach Programme:
Hilfe für AIDS-Waisen: Die Zahl der AIDS-Waisen in Zimbabwe ist so dramatisch gestiegen, dass das Netz der Großfamilie, das in der traditionellen Kultur diese Kinder auffängt, brüchig geworden ist und viele Kinder keine Großeltern oder andere Verwandte mehr haben, die sie aufnehmen könnten. Die älteren Geschwister müssen dann oft die volle Verantwortung für die Jüngeren übernehmen, d.h. Essen, Kleidung, Medizin, Schule. Mashambanzou unterstützt diese Kinder mit Nahrungsmitteln bzw. Gutscheinen und finanziert ihren Schulbesuch. Kleinere Waisenkinder finden im Kindergarten Fürsorge, Essen, Erziehung und medizinische Versorgung. In Mbare, einem Armenviertel in Zentrum von Harare, wurde zudem eine Kindertagesstätte eingerichtet, das Nenyerere Day Care Center.

Ebenso kümmern sich die Mitarbeiter des Care Trusts um Kinder, die ihre an AIDS erkrankten Eltern zuhause pflegen oder deren Eltern im Hospiz von Mashambanzou liegen. Auch kleine Projekte, mit denen Kinder etwas Geld erwirtschaften können, werden gefördert, und daneben hilft Mashambanzou den Kindern, die keine Geburtsurkunden oder Sterbeurkunden ihrer Eltern haben, diese zu beantragen, denn ohne diese Papiere können sie keine weiterführenden Schulen besuchen.

Viele Kinder sind traumatisiert, manche wurden missbraucht, alle trauern um ihre Eltern. Deshalb ist die gute psychosoziale Betreuung durch kompetente und mitfühlende Helfer in Mashambanzou für sie so wichtig wie die materielle Hilfe.

Ein großer Teil der Aufklärung über Aids geschieht bei den Besuchen in den Familien. Um aber besonders die junge Generation zu erreichen, werden zusätzlich spezielle Workshops durchgeführt. Den Jugendlichen soll bewusst werden, dass sie ihr Leben selbst in der Hand haben.

Choose Life Programme
Aufklärungsworkshops für Jugendliche: Ein großer Teil der Aufklärung über AIDS geschieht bei den Besuchen in den Familien. Um aber besonders die junge Generation zu erreichen, werden spezielle Workshops durchgeführt, um den Jugendlichen bewusst zu machen, dass sie ihr Leben selbst in der Hand haben und mit ihrem Verhalten das persönliche Risiko, an AIDS zu erkranken, verringern können. Verhaltensänderungstechniken werden angewandt, um den Menschen zu helfen, verantwortungsvolles Handeln zu praktizieren. Aufklärung, Prävention und die Reduzierung des Stigmas und der Diskrimination von AIDS-Kranken nehmen einen ebenso hohen Stellenwert ein. Dabei bilden die freiwilligen Helfer in ihren Gemeinden und Stadtvierteln selbst wieder andere Helfer aus, die dann die Arbeit weitertragen. So erreichte Mashambanzou im Jahr 2007 insgesamt 7 492 Menschen durch die Workshops, durch spezielle Aufklärungsarbeit direkt bei der Nahrungsmittelverteilung, und innovative Projekte wie die Beer Hall Outreach Intervention. Wesentlich zum Erfolg dieser Arbeit trägt sicher bei, dass sie die Menschen überzeugt, weil viele der Helfer selbst HIV-positiv sind oder mit AIDS leben. Dies schafft Vertrauen bei der „Zielgruppe“, und ein aus eigener Erfahrung stammendes Verständnis und Mitgefühl bei den aktiven Helfern.

Mashambanzou unterhält ein Hospiz für die Menschen, die nicht in ihren Familien sterben können. Viele Kranke werden von ihren Familien zurückgewiesen, weil diese zu arm sind, um sie zu pflegen oder aber die Angst vor Aids groß ist. Ziel der Pflege im Hospiz ist es, das Leben der Kranken bis zuletzt lebenswert zu erhalten und die Schmerzen und Nöte des Kranken zu sehen und zu lindern.

Care Unit
Ein Hospiz für Sterbende. Der Name wurde von „Palliative Station“ (Hospiz) zu „Care Unit“ (Pflegestation) geändert, um den Menschen mehr Hoffnung zu geben. Einige Patienten erholen sich tatsächlich durch die gute Pflege, die regelmäßigen nahrhaften Mahlzeiten und die psychologische und spirituelle Unterstützung und Zuwendung soweit, dass sie eine antiretrovirale Therapie beginnen können – wenn es die Medikamente dafür gibt. Für viele aber ist die Care Unit die letzte Station auf ihrem Weg, vor allem für die Patienten, die nicht in ihren Familien sterben können. Manche Kranke werden von ihren Angehörigen zurückgewiesen, weil die Familie zu arm ist, um sie zu pflegen oder aber die Angst vor AIDS zu groß ist. Ziel der Pflege ist es, das Leben der Kranken bis zuletzt lebenswert zu erhalten und die Schmerzen und Nöte der Menschen zu lindern. Die Atmosphäre in der Care Unit ist sehr freundlich und liebevoll, nicht unpersönlich und institutionell wie in einer Klinik. Die PflegerInnen, manche von ihnen sind selbst HIV-positiv, gehen mit großem Verständnis und Mitgefühl mit den Kranken um. Angehörige sind immer willkommen und können dort auch einmal über Nacht bleiben. Die sechs Kinderbetten des Hospizes sind in einem anderen Gebäudetrakt untergebracht, der hell und freundlich wirkt und mit gespendeten Spielsachen ausgestattet ist.

Zusammen mit dem World Food Programm werden Grundnahrungsmittelpakete für jeweils einen Monat ausgegeben. Diese Pakete erhalten sehr arme Familien, HIV/AIDS-Infizierte, Haushalte, in denen Kinder für ihre jüngeren Geschwister sorgen müssen und die Familien der Patienten im Hospiz von Mashambanzou.

WPF Feeding Programme
In Zusammenarbeit mit dem World Food Programme WPF gibt Mashambanzou Grundnahrungsmittelpakete für jeweils einen Monat an extrem arme Familien und Menschen mit HIV/AIDS aus, darunter auch an die Haushalte, in denen Kinder für ihre jüngeren Geschwister sorgen müssen, und für die Familien der Patienten im Hospiz von Mashambanzou. Ohne genügend nahrhaftes Essen sind die AIDS-Medikamente und auch andere Medizin oft wirkungslos, manchmal sogar schädlich – der Kampf gegen AIDS ist immer auch ein Kampf gegen Hunger und Armut.

Die Menge der Nahrungsmittel richtet sich nach der Anzahl der Familienmitglieder und ist auf fünf Personen begrenzt, ein Paket enthält Maismehl, z.T. angereichert mit Soja, Öl zum Kochen, Bohnen, Trockenfisch. 17500 Menschen werden regelmäßig mit dieser Nahrungsmittelhilfe erreicht, die Verteilung ist gut organisiert und läuft diszipliniert ab. Die Mitarbeiter von Mashambanzou identifizieren die Familien, die an dem Programm teilnehmen können, in den jeweiligen Gemeinden und Stadtvierteln, sie werden dann in die Verteilungsliste aufgenommen und erhalten Gutscheine, mit denen sie einmal im Monat ihre Lebensmittel abholen können. Laster von WPF bringen die Säcke mit Maismehl und den andern Nahrungsmitteln zur Verteilungsstelle, und Helfer aus der Gemeinde arbeiten beim Abladen und bei der Verteilung mit. Regelmäßig wird überprüft, ob die für die Nahrungsmittelhilfe registrierten Familien die Kriterien extremer Bedürftigkeit noch erfüllen oder sich selbst helfen können, damit andere, noch ärmere, in das Programm aufgenommen werden können – immer eine schwere Entscheidung.

Jede Spende zählt!

Spenden Sie direkt für den Mashambanzou Care Trust
unter dem Stichwort „Mashambanzou“
München für Harare e.V.
Stadtsparkasse München
IBAN: DE4470 1500 0000 0045 9545
BIC: SSKMDEMMXXX

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